

Aktuelles
NORDDEUTSCHE RUNDSCHAU
Freibad: Entscheidung gefordert 20. April 2012 | 04:00 Uhr | Von
Ralf Pöschus
FFU - Vorsitzende Annette
Mehlig unterstreicht in der Jahresversammlung Interesse an Übernahme des Freibads
Ulitzhörn durch den Verein
Brunsbüttel. Ein klares "Weiter so!" erntete der Förderverein
Freibad Ulitzhörn (FFU) bei seiner Jahresversammlung am Mittwochabend. Johannes Kreft
betonte für die Brunsbütteler SPD-Fraktion, wie wichtig die Arbeit des FFU sei. Michael
Kunkowski (CDU) sah Politik, Betreiber und Förderverein in einem Boot und sprach sich
deutlich für den Erhalt des Bades aus. Und Dr. Guido Austen, Leiter der städtische
Freizeitbad GmbH, erklärte: "Brunsbüttel möchte zwei Bäder haben."
Angesichts dieser unterstützenden Worte ergriff Vereinsvorsitzende Annette Mehlig die
Gelegenheit, noch einmal nachdrücklich zu betonen, dass der FFU das Freibad von der Stadt
übernehmen und in eigener Regie führen möchte.
"Der Vorstand steht dahinter", sagte sie über die Idee, das defizitäre Bad in
einem anderen Betriebsmodell am Leben zu halten. Es würden bereits Gespräche mit der
Stadt geführt. Eine Entscheidung müsse dann aber die Mitgliederversammlung des 408
Mitstreiter zählenden Fördervereins fassen. Mehlig drückte in Richtung der anwesenden
Ratspolitiker und des Bürgermeisters Stefan Mohrdieck auf die Tube, mahnte eine
Vorentscheidung auf Seiten der Stadt an. "Wir erwarten ein positives Signal",
sagte sie und verwies darauf, dass zwischen 2005 und 2007 sowie 2010 und 1012 der Wunsch
nach Übernahme des Freibads geäußert worden sei. Ohne Resonanz durch die Stadt. Das
seien unterm Strich vier verlorene Jahre gewesen. "Wenn es bis 2013 nicht klappt -
ich will das nicht noch mal zwei Jahre so machen", unterstrich sie. Innerhalb
kürzester Zeit müssten endlich Nägel mit Köpfen gemacht werden.
Dann könnte schon im nächsten Jahr das Freibad Ulitzhörn zum "Bürgerbad
Ulitzhörn" werden. Einer Genossenschaft erteilte Mehlig jedoch eine Absage. Dafür
sei der Aufwand hinter den Kulissen viel zu groß, angesichts einer gerade mal vier Monate
dauernden Saison. Ohne städtische Zuschüsse sei der Badebetrieb auch dann nicht zu
leisten, wohl aber günstiger. Sicher sei, erklärte Mehlig, dass keiner von ihnen mit
privatem Kapital haften müsse.
Komme es nicht zu einer Einigung, habe sich das Freibad in zwei, drei Jahren erledigt,
warnte die Vorsitzende. Auch er wolle nicht mehr zwei Jahre warten, entgegnete Stefan
Mohrdieck. Er erwarte Aussagen, wie sich der Verein den Betrieb des Bades konkret
vorstellt. Dann könne die Verwaltung kalkulieren und der Politik eine
Entscheidungsgrundlage liefern. Mohrdieck gab sich zuversichtlich: "So wie es
andernorts klappt, müsste es mit dem Deubel zugehen, wenn wir das in Brunsbüttel nicht
hinbekommen."
Die aktuelle Saison, die am 26. Mai starten wird, beginnt mit Schwierigkeiten: Das
Planschbecken wird erst nach der Saison gebaut. Die Heizung ist kaputt, muss notrepariert
werden. Ein neuer Kessel, so Guido Austen, koste 60 000 Euro. Eine Ausgabe, die sich unter
den jetzigen Bedingungen nicht lohne. Andererseits meinte er: "Wir werden
mittelfristig etwas Neues machen müssen."
Nichts Neues gibt es im Vorstand des Fördervereins Freibad Ulitzhörn: Kassenwart Stefan
Plotzitza sowie die Beisitzer Wolfgang Girke und - in Abwesenheit - Svenja Eglseder wurden
einstimmig wiedergewählt.
NORDDEUTSCHE RUNDSCHAU
Förderverein würde Freibad betreiben
14. April 2012 |
06:10 Uhr | Von
Jochen Schwarck
Ulitzhörn: Chance
für den Erhalt der Anlage durch günstigeren Betrieb / Ganz ohne die Stadt geht es aber
nicht
Brunsbüttel.
"Wir sind der Meinung, wir können das Freibad kostengünstiger betreiben als die
Stadt und es zu einem richtigen Bürgerbad machen." Die Vorsitzende des
Fördervereins Freibad Ulitzhörn, Annette Mehlig, fühlt sich durch einen Vortrag im
Hauptausschuss der Stadt Brunsbüttel bestärkt, in dem ein Vertreter der Stadt
Nörten-Hardenberg über die positiven Erfahrungen mit einer Genossenschaft als Betreiber
des dortigen Hallenbades berichtet hatte. "Das könnte eine Lösungsmöglichkeit für
die Stadt sein, sich von dem defizitären Freibad zu trennen", ist Annette Mehlig
überzeugt. "Wir können das Bad kostengünstiger betreiben, weil wir vieles
ehrenamtlich leisten werden", begründete sie ihre Zuversicht. Die letzte
Entscheidung aber werde nicht der Vorstand, sondern die Mitgliederversammlung des 408
Mitglieder zählenden Fördervereins treffen.
Vor sechs Jahren sei noch ein erster Versuch des Fördervereins von den politischen
Gremien abgelehnt worden. Jetzt ist der Förderverein aufgefordert, Konzepte für den
Betrieb des Freibades zu entwickeln und Finanzierungsvorschläge vorzulegen. Man werde das
Freibad auch künftig nicht ohne Zuschüsse der Stadt betreiben können, schränkt Annette
Mehlig ein. Diese könnten ihrer Meinung nach aber spürbar reduziert werden. Eine
Änderung der Trägerschaft des bislang noch städtischen Freibads sei frühestens 2013
denkbar.
Konkrete Zahlen müssen bis dahin erarbeitet werden hinsichtlich der Energiekosten und des
Sanierungsbedarfs für Gebäude, Becken und Technik. Offen ist auch die Struktur der
künftigen Trägerschaft. Möglich sei nicht nur eine Genossenschaft, sondern auch eine
gemeinnützige GmbH oder die direkte Übernahme durch den Förderverein.
"Das müssen wir mit einem Wirtschaftsfachmann abklären", sagte Annette Mehlig.
Personalkosten würden auf jeden Fall für den Schwimmmeister des Freibads anfallen. Die
Freibadkasse könnte beispielsweise durch einen Ehrenamtler besetzt werden. "Die
Pflege der Außenanlagen machen wir ohnehin schon seit 14 Jahren selbst." Auch
anfallende Sanierungsarbeiten könnten durch den Förderverein günstiger erledigt werden.
"Das haben Erfahrungen bei Kostenvoranschlägen in der Vergangenheit immer wieder
gezeigt."
Die leeren Kassen zwingen die Stadt ohnehin in zunehmendem Maße, Kosten zu senken.
Annette Mehlig: "Wenn die Stadt kein Geld hat, könnte die Schließung des Freibads
an erster Stelle der Lösungsmöglichkeiten stehen."
Das 1954 gegründete Freibad verfügt über Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken, ein
Ein-Meter-Sprungbrett sowie über eine kleine Rutsche und eine Breitrutsche. Ein
besonderes Plus: Die 50-Meter-Bahnen sind wettkampffähig. Zusätzlich soll noch ein neues
Planschbecken gebaut werden, da das alte Becken den Küstenschutzmaßnahmen zum Opfer
fiel. Gegenwärtig wartet der Förderverein noch auf die Zusage über Fördergelder aus
der AktivRegion Dithmarschen. "Vor dem Förderbescheid dürfen wir keine Aufträge
vergeben", bedauert die Vorsitzende. Die Arbeiten können nun erst nach Saisonschluss
in Angriff genommen werden.
Dankbar ist die Vorsitzende des Fördervereins dem Landesamt für Küsten- und
Naturschutz, das im Rahmen der Arbeiten am Deich die Abgrenzung mit doppelwandig
aufgeschütteten Steinwällen erstellt hat. Die deutlich abgeflachte Schrägung des
Deiches zum Wasser hin soll in den nächsten Tagen mit Grassoden befestigt und begrünt
werden und wird auch zukünftig einen ungehinderten Blick auf Kanaleinfahrt und Elbe
bieten. Der neue Treibselweg, der hier angelegt werden soll, wird im eingezäunten
Freibadgelände verlaufen. "Hier wollen wir zehn neue Strandkörbe für unsere
Badegäste platzieren."
Norddeutsche Rundschau
LUV: Zukunft als Genossenschaft? 09. März 2012 | 03:40 Uhr | Von Ralf Pöschus
Geschäftsmodell einer niedersächsischen
Kommune interessiert Brunsbütteler Hauptausschuss
Brunsbüttel. Liegt die Chance für einen
wirtschaftlicheren und damit den städtischen Haushalt weniger belastenden Betrieb für
das Hallenbad LUV in der Umwandlung in eine eingetragene Genossenschaft (eG)? Zumindest
versprachen sich die Mitglieder des Hauptausschusses Anregungen für weiter reichende
Überlegungen vom Vorstandschef des Hallenbads im niedersächsischen Nörten-Hardenberg.
Frank Priebe zeichnete am Mittwochabend das Bild einer Erfolgsstory.
Nörten - Hardberg ist ein 8000 Einwohner zählender Ort zwischen Göttingen und Northeim.
Einen jährlichen Zuschussbedarf von rund 250 000 Euro mochten die Kommunalpolitiker
angesichts eines schwächelnden Haushalts mit drei Millionen Euro Defizit nicht mehr
tragen. Frank Priebe, damals noch Bürgermeister von Nörten-Hardenberg, betonte im
Ausschuss: "Es ist nicht Aufgabe einer Gemeinde, ein solches Unternehmen zu
führen." 2004 war das Bad am Ende, die letzten 50 000 Euro aus der Stadtkasse
aufgebraucht, die Mitarbeiter mussten gehen.
Ein Verkauf der Anlage kam nicht zustande, es wurde über ein neues Geschäftsmodell
nachgedacht. Eine GmbH wie in Brunsbüttel sollte es jedoch nicht sein. Die
Nörten-Hardenberger entdeckten die Rechtsform der eingetragenen Genossenschaft für sich.
Und wurden mit diesem Modell nach Schweizer Vorbilder bundesweit zum Vorreiter einer
erfolgreichen Trägerschaft eines Hallenbads.
Das machte Ende 2005 grundüberholt wieder auf. Seitdem stiegen die Besucherzahlen,
reduzierte sich der städtische Anteil an den Kosten auf 100 000 Euro im Jahr. Effektiver
wird das Bad nicht nur durch Solarthermie für das warme Wasser betrieben, sondern auch
durch Personalreduzierung und eine neue Struktur der Eintrittsgelder. So zahlen etwa
Vereine pro Bahn und Stunde im Schwimmbecken 16 Euro. Der einfache Besuch kostet am Tag
vier Euro. Mit massivem Marketing wird versucht, das Bad auszulasten. Mit Erfolg: Die
Einnahmen stiegen von 60 000 Euro vor der Wiedereröffnung auf inzwischen 180 000 Euro im
Jahr. Das Konzept wurde sogar mit einem Preis bedacht.
Doch der direkte Vergleich mit dem LUV in Brunsbüttel hinke, sagt Dr. Guido Austen,
Leiter der Freizeitbad GmbH. Allein die Personalkosten fürs LUV lägen beim Zehnfachen
dessen, was Nörten-Hardenberg für sein Bad aufwendet. Dort kosten die zwei
Vollzeitkräfte und die sieben 400-Euro-Kräfte im Jahr 71 00 0 Euro. In Brunsbüttel
werden 30 Mitarbeiter beschäftigt, davon 20 in Teilzeit. Austen: "Die Stadt müsste
sich überlegen, was mit den Arbeitsplätzen passieren soll." Personalkosten ließen
sich nur durch eine Reduzierung der Öffnungszeiten verringern. Doch das hält Austen für
kontraproduktiv, das führe zu Besucherschwund. Hier liegt der nächste Unterschied: Das
LUV kam im vorigen Jahr auf 112 000 Besucher, das Genossenschaftsbad auf 53 000.
Eines verhehlt Guido Austen nicht bei
der Diskussion über die jährlich 600 000 Euro Zuschussbedarf, die Brunsbüttels Kasse
belasten: Ohne das Freibad stünde das Hallenbad besser da. So aber fehlten dem LUV im
Sommer rund 100 Tage auf der Einnahmeseite.
NORDDEUTSCHE RUNDSCHAU
Arbeitseinsatz im Freibad als Vorbereitung für Deichbaumaßnahme
05. März
2012 | 00:05 Uhr | Von js
Brunsbüttel. Schnee und Eis sind gerade vorbei, da
rüsten freiwillige Helfer das Freibad Ulitzhörn in Brunsbüttel für die neue Saison.
Sieben Mitglieder des Freibad-Fördervereins griffen im Rahmen eines Arbeitseinsatzes zu
Spaten, Schaufel und Schubkarre, um ein Gehwegpflaster aufzunehmen, einen Flechtmattenzaun
zu demontieren und Anpflanzungen umzusetzen. "Die Arbeiten wurden durch Deichbau- und
Küstenschutzmaßnahmen im Freibadbereich notwendig", erläuterte Annette Mehlig,
Vorsitzende des 410 Mitglieder zählenden Fördervereins.
Mit ihr beteiligten sich auch Jens Wilke, Hinderk Dahlmeyer, Bernd Fröhlich, Klaus
Mörke, Paul Mehlig und Angelika von Horn an dem Arbeitsdienst. Schon seit dem frühen
Morgen waren sie im Einsatz und freuten sich, als Frauke Prey pünktlich um 11 Uhr das
gemeinsame Frühstück auftischte. "Wir wollen nicht immer nur die Nase in den Dreck
stecken, sondern auch gemütlich zusammensitzen und plaudern", bemerkte dazu die
Vorsitzende.
Die Küstenschutzarbeiten unter der Regie des Landesamtes für Küsten- und Naturschutz
(LKN) in Husum reichen bis über den Deich unmittelbar neben dem Schwimmerbecken des
Freibads Ulitzhörn heran. Die Freibad-Förderer gehen davon aus, dass der Beckenbereich
vor dem Deich durch so genannte Gambionen abgesichert und damit der ansteigende Deich
abgefangen wird. Das sind mit Feldsteinen gefüllte Drahtkörbe, die zu einer 62 Meter
langen und 1,6 Meter hohen Mauer aneinander gereiht werden sollen.
Im Außengelände stapeln sich die Klinkersteine eines Fußweges, der vom Kassenhäuschen
des Freibads bis zum Deich führte. Das Pflaster wurde jetzt zum großen Teil aufgenommen,
um es später auf den Deich hinauf neu zu verlegen. "Darauf sollen Badegäste bequem
über den Deich zu der sich anschließenden Liegewiese gelangen", erzählt Annette
Mehlig. Von der Wiese können Besucher den herrlichen Blick auf die Schleuse und die Elbe
und die vorbei gleitenden Schiffe genießen. Zum Rettungsweg an der Wasserlinie wird das
Freibadgelände durch einen neuen Zaun abgegrenzt.
Pünktlich zum Saisonbeginn im Mai soll das Freibad komplett hergerichtet sein. Offiziell
beginnt die Freibadsaison im Ulitzhörn am 27. Mai. "Schon am 20. Mai wollen wir hier
unser 15-jähriges Bestehen des Fördervereins feiern", kündigte die Vorsitzende an.
Geplant ist ein Jazzfrühschoppen bei freiem Eintritt. Vom 21. bis 25. Mai ist das
Brunsbütteler Freibad täglich von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Der Förderverein will den
Besuchern Gelegenheit geben, sich über die ausgeführten Arbeiten zu informieren und das
Freibad in seiner neuen Gestaltung kennen zu lernen. Ab dem 22. Mai wird das Wasser in den
Freibadbecken aufgeheizt, damit es zum Saisonstart mit wohligen Temperaturen aufwarten
kann.
NORDDEUTSCHE RUNDSCHAU
Ulitzhörn: Saisonkarte soll bleiben
03. März 2012 | 00:10 Uhr | Von Ralf Pöschus
Ausschuss empfiehlt: Preise werden angehoben
Brunsbüttel. Nach drei
Jahren wird eine neue Struktur der Eintrittsgelder für das Freibad Ulitzhörn fällig.
Gegen die drei Stimmen der SPD empfiehlt der Ausschuss für Jugend, Gesundheit, Sport und
Soziales der Ratsversammlung, weiterhin eine Saisonkarte auszugeben.
Im Vorfeld der Sitzung hatten sich Förderverein und Aufsichtsrat der Freizeitbad GmbH
mehrfach zusammengesetzt, um eine neue Preisstruktur auf den Weg zu bringen. Den Grund
liefern vor allem gestiegene Ausgaben für Energie, die zur Beheizung des Wassers nötig
ist. Allerdings hätte sich der Vorstand des Fördervereins sogar eine Senkung der
Eintrittspreise vorstellen können, in der Hoffnung, die Besucherzahlen so spürbar
anzuheben. In weiten Teilen liegen die Vorschläge für die neuen Preise nah beieinander.
So sieht das Tarifmodell des Aufsichtsrats eine Anhebung der einfachen Eintrittskarte um
einen auf vier Euro vor, das Ticket für Kinder und Jugendliche soll sich um 50 Cent auf
1,50 Euro erhöhen. Die Zehnerkarte für Erwachsene soll in Zukunft 35 statt 27 Euro
kosten (Kinder/Jugendliche: 12 statt 9 Euro). Die 50er-Karte soll nach dem Modell des
Aufsichtsrats 100 Euro kosten, eine Saisonkarte gäbe es nicht mehr.
Der Förderverein sieht die Einzelkarte bei 3,30 Euro (Kinder/Jugendliche: 1,20) die
Zehnerkarte bei 30 Euro (Kinder/Jugendliche: 10) Eine 50er-Karte soll es nicht geben,
dafür aber weiterhin die um 20 auf 100 Euro erhöhte Saisonkarte.
Diese, so Monika Fritz (SPD), sei entbehrlich. Über die 50er-Karte, die auch ins kommende
Jahr mitgenommen werden kann, würde mehr eingenommen. Das sei angesichts der
Haushaltslage der Stadt ein wichtiger Aspekt. Auf Befindlichkeiten könne keine Rücksicht
genommen werden.
"Wenn wir die Einnahmen erhöhen wollen, müssen wir an die Preise ran",
bestätigte Freizeitbad-Chef Dr. Guido Austen. Die 50er-Karte bringe Geld.
Andreas Wohlert (CDU) meinte, die Jahreskarte weiterhin anzubieten sei einfach ein Signal
an den Förderverein. Und Bettina Jebens (FDP) warnte, "dieses einzigartige
Schwimmbad" dürfe nicht aufs Spiel gesetzt werden.
NORDDEUTSCHE RUNDSCHAU
Geldsegen
fürs Planschbecken
11. Februar 2012 | 03:40 Uhr | Von Ralf Pöschus
AktivRegion
Dithmarschen hilft den Wunsch des Freibadfördervereins Ulitzhörn zu verwirklichen
Brunsbüttel. Hartnäckigkeit zahlt
sich am Ende aus: Zwei Jahre lang hat der Förderverein für das Freibad Ulitzhörn
Spenden gesammelt für das erhoffte neue Planschbecken. Das soll rund 72 000 Euro kosten.
Jetzt geht alles plötzlich ganz schnell. Das acht x vier Meter große und bis zu 30
Zentimeter tiefe Becken soll noch in dieser Badesaison Wirklichkeit werden. Die
AktivRegion Dithmarschen hat einen Antrag der Stadt bewilligt und will sich an dem
Vorhaben mit 33 000 Euro beteiligen. Weitere 15 000 Euro fließen aus der Brunsbütteler
Kasse.
Annette Mehlig, Vorsitzende des umtriebigen Fördervereins hatte gestern beim
Pressegespräch allen Grund zur Freude. "Damit haben wir nicht gerechnet",
kommentierte sie den plötzlichen Geldsegen. Für die Freibadförderer ist das ein
schönes Geburtstagsgeschenk. Schließlich besteht der Verein seit 15 Jahren. Seinen
Ursprung hat er im drohenden Aus für das Freibad mit unmittelbarem Blick auf Elbe und
Kanalschleusen. 1997 waren die Besucherzahlen am Boden. Dies hat sich seitdem deutlich
geändert, für Ulitzhörn ist dank des Fördervereins ein wahres Wir-Gefühl entstanden.
410 Mitglieder weiß Annette Mehlig inzwischen hinter sich. Jedes zahlt mindestens zehn
Euro im Jahr - ohne weitere Verpflichtung. Dennoch kann die Vorsitzende für die
zahlreichen Aktivitäten von der Grünanlagenpflege bis hin zu Veranstaltungen, bei denen
für Spenden geworben wird, auf einen Stamm von 70 Helfern bauen. Das Planschbecken, das
als Ersatz für einen nicht mehr sanierungsfähigen Kleinkinderpool kommt, ist nicht die
einzige Aktivität der Förderer. Denn die haben seit Vereinsgründung rund 270 000 Euro
für Erhalt und Attraktivitätssteigerung des Bads aufgetrieben. Hinzu kommen pro Jahr
rund 1000 Stunden unentgeltlicher Arbeitseinsatz.
"Das ist ein Musterbeispiel für Bürger-Engagement", lobte Bürgermeister
Stefan Mohrdieck. Er ließ keinen Zweifel daran, dass die finanziell klamme Stadt wisse,
was sie an Annette Mehlig und ihren Mitstreitern hat. Vor allem, weil es der Förderverein
nicht bei Geldzuwendungen ans Freibad belasse, sondern die Bereitschaft zeige, "hier
Arbeit reinzustecken - das ist einmalig".
Dieses Attribut habe auch für den Ausschlag für den Vorstand der AktivRegion gegeben,
sich finanziell zu beteiligen, erklärte Stadtmanager Torsten Lange "die tolle
Nachricht". Denn üblicherweise würden Freibäder nicht finanziell unterstützt. In
Brunsbüttel sei dies genau wegen der einmaligen Lage der Fall. Und weil Ulitzhörn in die
"Schleusenmeile" eingebunden sei. Zudem, so Stefan Mohrdieck, habe das Freibad
nicht allein Bedeutung für die Bürger der Stadt, sondern für das gesamte südwestliche
Dithmarschen.
Kleiner Wermutstropfen bei all der Freude über die Verwirklichung des lange gehegten
Wunsches: Vor April wird nicht mit dem Bau begonnen werden, so dass das Planschbecken zum
Saisonstart am 27. Mai nicht fertig sein wird.
Die Förderer werden bereits eine Woche zuvor aktiv. Mit einem Jazzfrühschoppen soll am
20. Mai ab 11 Uhr der Vereinsgeburtstag öffentlich gefeiert werden. Und ab 21. Mai bis
zum Saisonstart haben Interessierte täglich von 14 bis 18 Uhr Gelegenheit, sich davon zu
überzeugen, dass das Freibad durch den Deichbau sogar gewonnen hat. Wer mag, darf dann
auch schon ins Wasser. Das allerdings, so Annette Mehlig, wird dann noch nicht geheizt
sein. Damit hat sie auch das nächste Ziel vor Augen: höhere Wassertemperaturen durch
Einsatz regenerativer Energien. Dann könnten auch wieder 24 statt 22 Grad zum Sprung ins
kühle Nass verführen.
Zeichner:
Schützenhilfe aus dem Nachbarkreis erhielt der Förderverein. Ein Architekt aus
Oelixdorf, dem Lage des Freibades und Engagement gefielen, hat selbstlos eine
Entwurfszeichnung für das neue Planschbecken angefertigt. Angesichts der kalkulierten
Kosten für die Anlage samt Installation, Sonnensegel und "Sprudelpilz" wären
dafür regulär leicht mehrere Tausend Euro zusammengekommen, weiß Annette Mehlig.
Kreisübergreifender Einsatz für den guten Zweck - das ist nachahmenswert.
Dezember 2011
Das 5. Advent - Feuer auf dem Vereinsgelände war wieder ein voller
Erfolg. Heißbegehrt waren die Lose für die Tombola, deren Preise von Geschäftsleuten
aus Nah und Fern gespendet wurden. Die beiden 3tägigen Berlinreisen für jeweils zwei
Personen gingen an Rolf und Heimke Jebens aus Averlak, sowie an Ernst und Heidi Dreeßen
aus Friedrichskoog. Der Vorstand des FFU bedankt sich bei den vielen Helfern, den
Sponsoren und den Gästen. Die Spendenübergabe von Frau Iris Alisch vom Möbelgeschäft
Wolter in Höhe von 500 ließ den Erlös dieser Veranstaltung auf 6.240
anschwellen. Bilder vom Advent - Feuer 2011 unter: www.brunsbütteler-neben-bouler.de
Oktober 2011
Wieder hat ein Mitglied auf Geburtstagsgeschenke verzichtet und um
Spenden für das Planschbecken gebeten. Auch hier kam die stolze Summe von 940,00
zusammen. Wir bedanken uns recht herzlich bei allen Unterstützern.
August 2011
Der Vorstand des FFU freut sich riesig über eine Privatspende in Höhe
von 1.540,00 . Diese Summe kam anlässlich des Geburtstages des
Fördervereinsmitgliedes, das auf Geschenke verzichtete, zusammen. Wir bedanken uns recht
herzlich bei allen, die dazu beigetragen haben! Die Spende geht selbstverständlich in den
Topf für das geplante Planschbecken.
Juni 2011
Das 24h - Schwimmen 2011 war trotz des unbeständigen Wetters eine
erfolgreiche Veranstaltung.
25. Juni 2007
Die
Übernahme des Freibades Ulitzhörn durch den Förderverein Freibad Ulitzhörn (FFU) ist
vom Tisch
Alle Bemühungen, das Freibad in eigener Regie (FFU)
zu führen, sind vom Tisch. Der Vorstand des FFU war sehr betroffen, dass er das Ergebnis
der Beratungen der Politiker, die hinter verschlossenen Türen tagten, am 11. Juni 07 aus
der Presse erfahren musste. Gespräche FFU/ Politik kamen gar nicht erst zu Stande. Es ist
schon traurig, nach 10 Jahren ehrenamtlicher Arbeit im Freibad, so abgespeist zu werden.
Da hätte sich der FFU eine andere Umgangsform gewünscht. Der Vorstand hofft nun auf ein
Gespräch mit den Mitgliedern des Hauptausschusses, die den Antrag des Vereins abgelehnt
haben, um den weiteren Verlauf der Zusammenarbeit FFU/ Freizeitbad Brunsbüttel GmbH, die
das Freibad bisher verwaltet hat (jetzt geht das Freibad in die GmbH ein), zu besprechen.
Für den Verein steht allerdings fest, dass er sich nicht zurückziehen wird. Mit neuen
Ideen ist man an den Geschäftsführer der GmbH, Dr. Guido Austen, herangetreten. So soll
nach Vorstellung des Vereins z.B. der Beachvolleyballplatz in Zukunft auch von Badegästen
benutzt werden können.